| Die Geschichte des Piercing ist ebenso wie die des Tätowierens fast so alt wie die Menschheit selbst. Schon in der Frühzeit begannen einzelne Volksgruppen, ihre Körper mit Zeichen zu versehen, sei es um ihre Stammeszugehörigkeit nach außen sichtbar zu machen oder ihren gesellschaftlichen Rang hervorzuheben. Auch als sogenannte Initiationsriten (Krieger, Mannwerdung, etc.), oder als Zeichen von Kraft, Mut und Stärke sind Piercings verwendet worden und werden es zum Teil immer noch.
Mit Beginn der ersten Hochkulturen wie den Inka, den Babyloniern, den Ägyptern und Indern wurde das Piercing aus neben den oben angeführten Gründen auch zum Körperschmuck als solches. Besonders aus Indien sind Überlieferungen bekannt, die das Tragen von Körperschmuck zwar nur gewissen Kasten erlaubten, aber neben den "offiziellen" Piercings auch reine Schmuck- und "Spaßpiercings" gestatteten. Nicht umsonst tragen die meisten männlichen Intimpiercings Namen aus dem Sanskrit.
Als Schmuck verwendet wurde (und wird heute noch) so ziemlich alles, was Mutter Natur hergab, Stachelschweinborsten, Elfenbein, Knochen, Muscheln oder auch, wenn der gesellschaftliche Rang es erlaubte, Gold und andere edle Materialien.
Mit Beginn der "christlich-abendländischen" Kultur wurde das Tragen von Körperschmuck wie so vieles Andere auch geächtet und sogar verfolgt. Und das sollte noch bis in die Mitte der 70er Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts so bleiben.
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